2008.02.05
Ärzte ohne Grenzen in N`Djamena, im Osten des Tschads sowie in Kamerun
Seit vorgestern Montag herrscht in der tschadischen Hauptstadt N’Djamena nach den Kämpfen vom Wochenende relative Ruhe. Zwischen Samstag und Dienstag hat Ärzte ohne Grenzen 106 Verletzte in einem lokalen Krankenhaus behandelt. Weitere 500 verwundete Zivilisten wurden seit dem Beginn der Kämpfe am Wochenende in die beiden größten Spitäler der Stadt (Liberté Hospital und das Allgemeine Krankenhaus) eingeliefert. Am Dienstag besuchten MSF-Teams diese Krankenhäuser, fanden jedoch nur noch 100 Verwundete vor, da Hunderte Menschen trotz Verletzungen in Richtung Kamerun oder Nigeria geflohen waren. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes arbeitet nun im Krankenhaus Liberté, während Ärzte ohne Grenzen das Allgemeine Krankenhaus mit medizinischem und chirurgischem Material versorgt und das tschadische Personal durch eine Krankenschwester und einen Apotheker verstärkt. Ein chirurgisches Team, bestehend aus einem Unfallchirurgen und einem Anästhesisten, ist heute, Mittwoch, in N’Djamena angekommen und hat die Arbeit im Allgemeinen Krankenhaus bereits augenommen. Nach wie vor treffen Verwundete ein. Derzeit befinden sich insgesamt 14 internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in N’Djamena. Zwei Frachtmaschinen mit medizinischem und logistischem Material sowie Hilfsgütern werden Europa am Donnerstag beziehungsweise Freitag verlassen.
Hilfe für Vertriebene und Flüchtlinge Geschätzte 60.000 Menschen haben in den vergangenen Tagen die Grenze zwischen dem Tschad und Kamerun nach Kousseri überquert. Noch immer treffen dort neue Flüchtlinge ein, die Zahl der Neuankünfte ist jedoch zuletzt zurückgegangen. 82 Verwundete wurden ins Krankenhaus von Kousseri eingeliefert. Ein medizinisches Team bestehend aus Ärzten, Chirurgen, Krankenschwestern und einem Logistiker ist vor Ort und leistet medizinische Hilfe und verteilt Hilfsgüter. Eine Transportmaschine ist heute Morgen mit 15 Tonnen Medikamenten sowie medizinischem und logistischem Material in Garoua eingetroffen.
Ein weiteres Team analysiert die Situation zwischen N’Djamena und Bongor, wo ebenfalls Vertriebene eintreffen. Im Moment liegen noch keine Zahlen vor.
Die Situation im Osten des Tschads Obwohl einige im Osten des Tschads stationierten MSF-Teams aufgrund der unsicheren Lage reduziert wurden, setzen wir unsere Arbeit in dieser Region weiter fort. Ärzte ohne Grenzen leistet in Abeche, Adre, Farchana, Guereda, Goz Beida, Dogdoré, Iriba und Am Timam Gesundheitsversorgung, psychologische Betreuung und Wasserversorgung für sudanesische Flüchtlinge, intern Vertriebene sowie die vom Konflikt betroffene lokale Bevölkerung. Derzeit ist die Situation in den Flüchtlings- und Vertriebenenlagern im Ost-Tschad ruhig.
Quelle: www.aerzteohnegrenzen.at
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